Quartalsbericht Frühjahr 2018

Starke Schwankungen am Aktienmarkt und kein Ausgleich durch die alternativen Anlageklassen

Das fängt ja gut an: weltweit ließen die Aktienmärkte Federn. Zwischen knapp 5% in Amerika beim Dow Jones (in EUR gerechnet) bis hin zu 6,4% im Dax waren die Aktienkurse im Rückwärtsgang. Woran lag es?

Hätten wir den 1. Newsletter für das Jahr 2018 vor 6 Wochen verfasst, so wäre der Ton sicherlich entspannter ausgefallen. Nach einem unerwartet unspektakulären „Europa-Wahljahr 2017“ und auch in den Februar hinein ruhigen bis erfreulichen Kapitalmärkten sind wir aktuell in einen kleinen Paradigmenwechsel eingemündet.

Das politische Erdbeben hat uns jetzt in Italien ereilt, das wirtschaftliche trotz scheinbar weltweit besten Konjunkturdaten und -aussichten jetzt aus den USA. Die positive Wirkung der US-Steuerreform ist durch die Verhängung von Strafzöllen auf ausländischen Stahl und Aluminium und womöglich auch Autoimporte in die USA konterkariert worden, der Welthandel in Unordnung. Die über das Jahr 2017 von Marktschwankungen verschonten Märkte wurden wie vom Donner gerührt in ein volatiles Umfeld gestürzt. Trotz des angesprochenen und jetzt seit fast zehn Jahren intakten positiven Konjunkturbildes hört man immer wieder Kassandrarufe, wonach wir mit einer Abschwächung der Wirtschaft rechnen müssten.

Wo liegen die Gefahren für das wirtschaftliche Umfeld?

  • Ein Einbruch der Weltwirtschaft ist denkbar, wenn die Spirale des Protektionismus in Gang gesetzt wird. Hier ist die Besonnenheit der politischen Elite gefragt.
  • Als weiteren Risikofaktor muss ein weiter sich abschwächender US-$ genannt werden. Leidtragende wären vorneweg Europa und China.
  • Als Damoklesschwert wird immer wieder ein Nachlassen der Konjunktur in China gesehen. Andererseits können sich 6% und mehr an Wirtschaftswachstum gerade im Vergleich zu Zahlen in Europa sehen lassen. Dass der chinesische Staatspräsident nach dem letzten Beschluss des Volkskongresses künftig auch mehr als zwei Wahlperioden regieren darf, kann man bei aller berechtigten Kritik auch als wirtschaftlich stabilisierenden Faktor werten.
  • Aus EU-Sicht erscheinen die letztes Jahr noch scheinbar verbannten europakritischen Stimmen nach der Italienwahl wieder zurückzukehren. Der eigentliche Geist seit den Anfängen der Montanunion im Sinne einer gegenseitigen Unterstützung zum Nutzen aller europäischer Staaten ist durch das falsche Verständnis der „Nehmer“-Länder in den Hintergrund gedrängt worden.
  • Nichtsdestotrotz wächst die Wahrscheinlichkeit einer ansteigenden Inflation. Der Rentenbereich hilft aufgrund des weiter niedrigen Zinsniveaus derzeit auch nicht weiter und diente mit einem neutralen Ergebnisbeitrag von -0,1% im 1. Quartal mehr der Schwankungsreduzierung des Gesamtportfolios.

Und auch das dritte Standbein: der Bereich „Multi Asset“ lieferte insgesamt einen leicht negativen Ergebnisbeitrag.

Es gab im letzten Quartal einfach keine Anlagekasse, mit der Geld zu verdienen war. Dazu gibt es derzeit die beschriebenen Risikofaktoren.

Mag auch sein, dass die Kapitalmärkte derzeit nervös auf die Vorhaben der USA reagieren.

Die Konjunkturlage bleibt jedoch weltweit stabil und die bevorstehende Quartalsberichtssaison wird bestätigen, dass die Unternehmen gut ins Jahr 2018 gestartet sind.

Wir erwarten aber auch, dass die Geldpolitik eine entscheidende Rolle für zukünftige Kursbewegungen spielen wird. Die USA erhöhen die Zinsen, die Europäer werden das vorerst nicht tun, mit allen Interpretationsmöglichkeiten und Prognosen, die den Analysten dann einfallen werden.

Es spricht aber einiges dafür, dass sich die europäischen Indizes wieder erholen und ein besseres zweites Quartal hinlegen – es sei denn, die Spekulanten haben etwas dagegen.

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