Vorsicht ist das Gebot der Stunde

Was für ein Start in den Herbst! Der Oktober hat wieder einmal seinem Ruf als schwieriger Börsenmonat alle Ehre gemacht  und den Hoffnungen auf ein versöhnliches Börsenjahr doch einen erheblichen Dämpfer versetzt.

Bereits Ende September sah es auf den globalen Aktienmärkten nicht sonderlich rosig aus: Aktien aus der Eurozone – gemessen am EuroStoxx50 –  lagen seit Jahresbeginn knapp zwei Prozent hinten; der Dax lag nach hohen Schwankungen mit 0% auf der Seite. Lediglich US-Aktien verzeichneten bis Ende September ein Plus von etwa neun Prozent und handelten in der Nähe ihrer Allzeithochs.
Parallel gibt es auch auf der konservativen Seite der Vermögensanlage derzeit wenig zu holen, von einem Ausgleich eventueller Verluste auf der Aktienseite ganz zu schweigen.

In diesem Umfeld konnte unser Aktienportfolio, welches wir in den Fonds und Vermögensverwaltungen einsetzen mit einer deutlich positiven Performance durchaus glänzen.

Der Oktober hat dann aus einem bis dato bestenfalls durchwachsenen Aktienjahr 2018 ein miserables gemacht. Dass dieser Monat für einige Aktienmarktsegmente der schwärzeste Monat seit der Finanzkrise werden würde, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen: schon lange gab es die deutliche Diskrepanz zwischen robusten Wirtschaftsdaten und einer enttäuschenden Aktienmarktperformance. Dies versprach allerdings eher Chancen auf steigende, nicht fallende Kurse.

Aktien aus den USA und der Eurozone verloren dann aber 7% Prozent,  die Schwellenländer noch einmal fast 9%. Unser Aktienportfolio musste in dem Zusammenhang die bisherigen Gewinne des Jahres komplett abgeben.

Was waren die Gründe?
Viele Marktteilnehmer machten jetzt, ähnlich wie bereits im Frühjahr, das steigende Zinsniveau in den USA als einer der Auslöser für die Marktschwäche verantwortlich. Was den objektiven Marktbeobachter verwundert: war die vorhersehbare, weil angekündigte Zinspolitik der FED doch bis dato mit ein Grund für eine „Normalität“ auf den US-Märkten.

Plausibler erscheint uns dagegen die Erklärung, dass sich die Erwartungen der zukünftigen fundamentalwirtschaftliche Entwicklung eintrübten. Es gab viele gute Unternehmenszahlen aus den USA für das dritte Quartal, aber auch negative Überraschungen. Dazu kam überraschend, dass der Ausblick auf die Gewinnentwicklung in der Zukunft auf vielen Unternehmensetagen nach unten angepasst wurde. Es ist doch vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China, der die Anleger verunsichert.

Somit hat uns der Oktober unter dem Strich mit voller Wucht an eines erinnert: die Übergangsphase von einer Zeit, die durch einen Überfluss an Zentralbankgeld an den globalen Finanzmärkten geprägt ist, hin zu einer Zeit, in der die Fundamentaldaten und die Geopolitik wieder eine größere Rolle spielen, ist durch ein erhöhtes Maß an Unsicherheit und damit Schwankungsintensität geprägt. Ergänzt wird dies durch aktuelle Krisenszenarien aus Italien und der Türkei.

Für uns heißt dies im Aktienbereich: runter vom Gas! Durch den Aufbau von Absicherungspositionen sichern wir derzeit einen Teil des Aktienkursrisikos vor allem in Europa und auch in den USA ab. Weitere Marktbewegungen werden wir somit mit deutlich geringeren Schwankungen abbilden.

Trotz der turbulenten letzten Wochen sollten Anleger die Flinte jedoch keinesfalls ins Korn werfen. Günstige Aktienmarktbewertungen und trotz negativer Tendenz immer noch sehr robuste Wirtschaftsdaten lassen steigende Kurse genauso wahrscheinlich erscheinen. Die Liste der denkbaren Auslöser für ein solches Szenario ist gar nicht so kurz: eine Einigung beim Thema Brexit, eine Einigung zwischen Rom und Brüssel oder gute Unternehmensdaten in der laufenden Berichtssaison  wären einige der denkbaren Beispiele.

Hamburg, 07.11.2018
Andreas Enke

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