Quartalsbericht Frühjahr 2019

Ein Bilderbuchstart in das Jahr 2019!

Die großen Verluste bei Aktien und Anleihen sind ganz (USA) oder teilweise (Deutschland) wieder egalisiert!
Ist jetzt alles wieder gut?

Das erste Quartal 2019 wirkt wie ein Umkehrbild des Jahres 2018. Sanken damals die Erträge sowohl bei den Aktien als auch den Renten, so ist es dieses Jahr bisher spiegelverkehrt. Aktien liegen weit vorne und haben sich kräftig erholt – seit Anfang des Jahres ist der S&P 500 um sage und schreibe 15% Prozent gestiegen. Historisch betrachtet braucht der US-Aktienindex für eine solche Bewegung gut zwei Jahre und nicht gerade einmal drei Monate. Der Deutsche Aktienindex Dax hat in diesem Zeitraum immerhin rund 9 Prozent zugelegt. Damit sind die großen Verluste aus dem Vorjahr vollständig (USA) oder zumindest zur Hälfte (Deutschland) wieder egalisiert.

Parallel schlagen sich auch die Anleihen sehr wacker, wenn man bedenkt, dass wir allgemein von einem Nullzinsniveau sprechen. Zwar legen wir auch international an, so dass auch andere Effekte wie z.B. Währungsgewinne hinzukommen, aber als Ergebnis fallen in diesem Quartal auch auf der konservativen Seite (verhältnismäßig) gute Performancebeiträge und damit ein sehr schöner Ergebnisbeitrag für die Vermögensverwaltung an.

Angesichts der kräftigen Kursgewinne stellt sich die Frage, was sich seit dem vierten Quartal 2018 bis heute so gravierend geändert und die Anleger wieder in Kauflaune versetzt hat. Oder gibt es vielleicht sogar Parallelen zum Vorjahr, als die Euphorie zum Jahresanfang schnell zu Ende war?

Nun sind bekanntlich Erwartungen und vor allem Überraschungen an der Börse die die Kurstreiber nach oben oder nach unten. Auch dieses Mal gab es eine unerwartete Entscheidung, die bei den Anlegern für gute Stimmung sorgte. Und wieder einmal war es die amerikanische Notenbank Fed, die positiv überraschte. Deren Chef, Jerome Powell, sagte Ende Januar, die (amerikanische) Wirtschaft könne am besten gestützt werden, in dem die Notenbank „geduldig“ vorgehe. Damit verkündete die Fed einen fundamentalen Kurswechsel: weg von geplanten, kontinuierlich steigenden Leitzinsen hin zu einer Politik, die Zinsanhebungen von der Konjunkturentwicklung abhängig macht. Klingt plausibel und vernünftig, war aber für die Börsianer eine positive Überraschung. Noch im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Marktteilnehmer für 2019 mit zwei oder sogar drei Leitzinserhöhungen der Fed gerechnet. Jetzt glaubt der Markt, dass es in diesem Jahr gar keine Zinsschritte mehr geben wird – und zwar sowohl in den USA als auch in Europa. Prompt stiegen die Kurse.

Aber: Die Zinspause ist eingepreist!

Genau hier liegt das Risiko. Es darf jetzt tatsächlich keine Leitzinserhöhung geben, sonst wiederholt sich schnell das Szenario von Anfang 2018, als im Februar allein die Erwartung von steigenden Zinsen in den USA zum ersten großen Kursverfall des Jahres führte. Problematisch ist außerdem, dass die Zinspause mittlerweile in den Aktienkursen mit eingerechnet sein dürfte. Damit fehlt das Potenzial für eine weitere positive Überraschung seitens der Notenbanken.

Auch die wirtschaftlichen Rahmendaten mahnen zur Vorsicht. In den USA sinken mittlerweile die Gewinnerwartungen. Das wird von den Anlegern aber bislang konsequent ignoriert. Vielmehr  erwarten sie offensichtlich, dass die „Nicht-Zinsanhebung“ zu günstigen Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen und damit wieder zu steigenden Gewinnen führt. Hier sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Wir genießen die Kursgewinne, bleiben aber vorsichtig und sichern derzeit Teile des Aktienportfolios ab.

Andreas Enke

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s