Quartalsbericht Frühjahr 2019

Ein Bilderbuchstart in das Jahr 2019!

Die großen Verluste bei Aktien und Anleihen sind ganz (USA) oder teilweise (Deutschland) wieder egalisiert!
Ist jetzt alles wieder gut?

Das erste Quartal 2019 wirkt wie ein Umkehrbild des Jahres 2018. Sanken damals die Erträge sowohl bei den Aktien als auch den Renten, so ist es dieses Jahr bisher spiegelverkehrt. Aktien liegen weit vorne und haben sich kräftig erholt – seit Anfang des Jahres ist der S&P 500 um sage und schreibe 15% Prozent gestiegen. Historisch betrachtet braucht der US-Aktienindex für eine solche Bewegung gut zwei Jahre und nicht gerade einmal drei Monate. Der Deutsche Aktienindex Dax hat in diesem Zeitraum immerhin rund 9 Prozent zugelegt. Damit sind die großen Verluste aus dem Vorjahr vollständig (USA) oder zumindest zur Hälfte (Deutschland) wieder egalisiert.

Parallel schlagen sich auch die Anleihen sehr wacker, wenn man bedenkt, dass wir allgemein von einem Nullzinsniveau sprechen. Zwar legen wir auch international an, so dass auch andere Effekte wie z.B. Währungsgewinne hinzukommen, aber als Ergebnis fallen in diesem Quartal auch auf der konservativen Seite (verhältnismäßig) gute Performancebeiträge und damit ein sehr schöner Ergebnisbeitrag für die Vermögensverwaltung an. Weiterlesen

Jahresrückblick 2018

Stresstest 2018!

Als wir im letzten Quartalsbericht einen heißen Herbst prognostizierten, konnten wir nicht ahnen, dass unsere Befürchtungen vom Markt noch deutlich übertroffen werden würden…

Einige Horrorzahlen gefällig?
Noch am 30.09. hätte es ein gutes Aktienjahr werden können: der Dax lag zwar mit -5% hinten, der US Markt (gemessen am S&P500) performte dagegen mit 13% sehr ansprechend; ebenso wie unser  Nachhaltigkeitsindex GCX  mit +15%.
Drei Monate später haben alle drei Indices ca. 14% verloren, so dass sich markt 2018die Verluste beim Dax auf –18% addierten und die Performance beim S&P500 mit –6% (in USD) ins Negative verkehrt wurde.

Da ist es doch fast eine gute Nachricht: das Jahr 2018 endete für unseren Fonds mit einer Jahresperformance von –2,99%.
Wir investieren nämlich nicht in den Dax (rote Kurve) oder den US Markt (blau) sondern in den GCX (grüne Kurve)!

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Vorsicht ist das Gebot der Stunde

Was für ein Start in den Herbst! Der Oktober hat wieder einmal seinem Ruf als schwieriger Börsenmonat alle Ehre gemacht  und den Hoffnungen auf ein versöhnliches Börsenjahr doch einen erheblichen Dämpfer versetzt.

Bereits Ende September sah es auf den globalen Aktienmärkten nicht sonderlich rosig aus: Aktien aus der Eurozone – gemessen am EuroStoxx50 –  lagen seit Jahresbeginn knapp zwei Prozent hinten; der Dax lag nach hohen Schwankungen mit 0% auf der Seite. Lediglich US-Aktien verzeichneten bis Ende September ein Plus von etwa neun Prozent und handelten in der Nähe ihrer Allzeithochs.
Parallel gibt es auch auf der konservativen Seite der Vermögensanlage derzeit wenig zu holen, von einem Ausgleich eventueller Verluste auf der Aktienseite ganz zu schweigen.

In diesem Umfeld konnte unser Aktienportfolio, welches wir in den Fonds und Vermögensverwaltungen einsetzen mit einer deutlich positiven Performance durchaus glänzen.

Der Oktober hat dann aus einem bis dato bestenfalls durchwachsenen Aktienjahr 2018 ein miserables gemacht. Dass dieser Monat für einige Aktienmarktsegmente der schwärzeste Monat seit der Finanzkrise werden würde, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen: schon lange gab es die deutliche Diskrepanz zwischen robusten Wirtschaftsdaten und einer enttäuschenden Aktienmarktperformance. Dies versprach allerdings eher Chancen auf steigende, nicht fallende Kurse.

Aktien aus den USA und der Eurozone verloren dann aber 7% Prozent,  die Schwellenländer noch einmal fast 9%. Unser Aktienportfolio musste in dem Zusammenhang die bisherigen Gewinne des Jahres komplett abgeben.

Was waren die Gründe?
Viele Marktteilnehmer machten jetzt, ähnlich wie bereits im Frühjahr, das steigende Zinsniveau in den USA als einer der Auslöser für die Marktschwäche verantwortlich. Was den objektiven Marktbeobachter verwundert: war die vorhersehbare, weil angekündigte Zinspolitik der FED doch bis dato mit ein Grund für eine „Normalität“ auf den US-Märkten.
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Quartalsbericht Herbst 2018

Nicht nur in Deutschland irritiert die Politik. Das könnte ein spannender Herbst werden. Schauen wir mal genauer hin! (Lesezeit 5 Minuten)
Den gesamten Quartalsbericht Herbst 2018 sehen Sie als pdf-Datei hier.

Italien: Erst schwört der italienische Finanzminister Giovanni Tria die Märkte über Wochen hinweg darauf ein, dass Italien ein für die EU akzeptabel niedriges Budgetdefizit für 2019 vorlegen werde, und dann kündigen die Parteichefs Di Maio (Fünf-Sterne-Bewegung) und Salvini (Lega) ein Defizit von 2,4% an. Zur Erinnerung: die Vorgängerregierung hatte 0,8% angepeilt! Was ist daran so wichtig? Nun, offensichtlich weiß der Finanzminister nicht, was die Parteichefs vorhaben. Viel schlimmer aber ist, dass Italien auf einem gewaltigen Schuldenberg von 2,3 Billionen EUR sitzt und diesen Berg auch noch ausbaut. Die Schulden entsprechen 132% der Wirtschaftsleistung—diese Quote ist nach Griechenland die Höchste in ganz Europa. Erlaubt ist nach den Maastricht-Kriterien lediglich eine Quote von 60%, daher ist Italien verpflichtet, seine Schulden langfristig abzubauen und nicht auszuweiten. Dies kann die EU nicht akzeptieren, aber lässt sie den Streit eskalieren? Und was würde eine Eskalation bedeuten? Sicher ist: ökonomische Vernunft weicht wieder einmal populistischem Dilettantismus. Denn mit den neuen Schulden sollen ja nicht Investitionen, sondern hauptsächlich Sozialgeschenke finanziert werden.

Was bedeutet dies für die Anleger?

Die Stimmung bei den ohnehin schon desillusionierten Anlegern in Europa wird sich weiter eintrüben. Auf deutsch: italienische Staatsanleihen werden sich weiter verbilligen, die auf dem Markt selten gewordenen deutschen Staatsanleihen als sicherer Hafen werden teurer und die Renditen der als sicher geltenden Anleihen werden weiter auf sehr niedrigem Niveau verharren. Die entstehenden Unsicherheiten und Spannungen sind dann für die ohnehin schwächelnden europäischen Aktienindizes keine guten Voraussetzungen.

Großbritannien: Theresa May wird weiter (erfolglos) gegen die Befürworter eines harten Brexits ankämpfen müssen, die weiterhin ihre unrealistischen Szenarien als ernsthafte Optionen für einen Brexit verkaufen. Ökonomische Vernunft weicht auch hier populistischem Dilettantismus. Gut möglich, dass der Versuch, sich mit den harten Brexit-Befürwortern zu einigen, Theresa May das politische Amt kosten wird.

Was bedeutet das für die Anleger?

Auf Anlagen in Pfund Sterling, Renten wie Aktien, werden im 4. Quartal harte Zeiten zukommen. Eine Ausstrahlung der Turbulenzen auf Europa ist zu erwarten.

Ist also alles schlecht?

Werfen wir einen Blick in die USA:

Wenn auch nicht in der Politik, so zeigt sich auf den Märkten, Aktien wie Renten, ein freundlicheres Bild als in Europa:

Offensichtlich unbeeindruckt von der politischen Szene normalisiert die FED weiter ihre Zinspolitik. Es ist absehbar, dass nach den bisher schon erfolgten Zinserhöhungen in der ersten Jahreshälfte 2019 die Zielerreichung verkündet wird. Die bisherigen Erhöhungen der Zinsen taten dem Aktienmarkt keinen Abbruch und schafften bis Ende September weiter ein Stück Normalität auf dem so wichtigen amerikanischen Markt.

Dazu eilten die US-amerikanischen Aktien von Allzeithoch zu Allzeithoch. Die Gewinne der US-Firmen—begünstigt durch Trumps Steuerreform und die US-Dollar-Rückführungsamnesie— steigen zur Zeit besonders stark. Dies in einem Umfeld, bei dem die Investoren aufgrund der weltweiten Unsicherheiten immer weniger bereit sind, hohe Risiken einzugehen. An den Aktienmärkten ist das beispielsweise an den gefallenen Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) abzulesen. Seit Jahresbeginn sind diese Bewertungskennzahlen sowohl für US-Aktien als auch für Aktien aus den Schwellenländern deutlich zurückgegangen. Anleger sind risikoaverser und immer weniger bereit, ein historisch hohes Vielfaches des Unternehmensgewinns für Aktien zu zahlen. Darüber, ob ein Aktienmarkt oder ein Aktienmarktsegment in 2018 positiv abschneidet, entscheidet somit die Frage, ob die entsprechenden Gewinne (bzw. Gewinnerwartungen) stärker steigen als die KGVs fallen. Und dies passiert derzeit nur in den

USA. So sind es eben die Aktientitel aus den USA, die den restlichen Markt hinter sich lassen.

Was bedeutet dies für den Anleger?

Die im kommenden Quartal beginnende Berichtssaison wird entscheidend sein. Nur anders als in Europa dominieren derzeit die positiven wirtschaftliche Rahmendaten das Stimmungsbild: eine Arbeitslosenquote von 3,7% (nahe ihres 50-Jahretiefs) bedeutet volkswirtschaftlich gesehen Vollbeschäftigung, parallel steigen die Löhne nur moderat. Allgemein wird erwartet, dass die Aktienkurse an der Wall-Street auf Basis guter Unternehmensberichte steigen werden. Nach der reinen Lehre spricht einiges für eine Fortsetzung der steigenden Kurse. Dagegen steht die steigende Risikoaversion der Investoren, die bei Überraschungen—z.B. aus der Politik— auch zu Rückschlägen im Aktienmarkt führen kann.

Fazit: In Europa erwarten wir weder im Rentenbereich noch bei den Aktien derzeit steigende Kurse. Entscheidend für eine positive Performance wird die Auswahl der Aktien sein. Dazu bewährt sich in diesem Jahr eine breite internationaler Ausrichtung in den Portfolien.

Andreas Enke

 

 

Gutes Geld – geht das?

Veranstaltungstipp: Donnerstag, 18. Oktober 2018, 19:00 – 21:00 Uhr,
Umweltzentrum Karlshöhe, Hamburg

Wie lege ich mein Geld ethisch und nachhaltig an?

Impulse und Diskussion mit Prof. Bassen, der GLS Bank und GENEON.

Geld wirkt. Immer!
Über 80 % der Deutschen geben an, dass sie weder Rüstung noch Kinderarbeit finanzieren möchten. Deshalb wächst der Wunsch zu erfahren, wie Geld tatsächlich „arbeitet“ und was der Einzelne tun kann, damit seine Wertevorstellungen auch bei der Geldanlage Berücksichtigung finden.
Der gemeinnützige Verein VenGa e.V. (Verein zur Förderung ethisch-nachhaltiger Geldanlagen) lädt in Kooperation mit dem Hamburger Umweltzentrum Gut Karlshöhe ein zu einem Vortragsabend mit anschließender Diskussion.

Drei Referenten aus der Politik und dem Markt für Nachhaltige Geldanlagen diskutieren mit Ihnen über „Gutes Geld!“

Die drei Impulsvorträge lauten:
Prof. Alexander Bassen, Universität Hamburg, Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung
„Gutes Geld – Blick aus Wissenschaft und Politik.“

Marc Pfizenmaier, GLS Bank
„Gutes Geld – eine Bank macht es möglich“

Andreas Enke, GENEON AG
„Gutes Geld – was steckt hinter einer ethisch-nachhaltigen Geldanlage?“

Moderation: Dr. Anke Butscher

Termin:
Donnerstag, den 18. Oktober 2018, 19:00 – 21:00 Uhr
Eintritt: € 3,00

Hamburger Umweltzentrum Gut Karlshöhe
Seminarraum Stallgebäude
Adresse:
Karlshöhe 60 d, 22175 Hamburg

Zur Anmeldung klicken Sie bitte hier

Quartalsbericht Sommer 2018

Echte Herausforderungen! Und das auf allen Ebenen!

Nach einem entspannten Jahresausklang 2017 – basierend auf besten Konjunkturdaten und einer US-Steuerreform, die große Unternehmen begünstigt – kletterten die Kurse in 2018 zunächst in allen Bereichen weiter. Dann aber wurde es stürmisch: das Wahlergebnis in Italien mit dem Ergebnis einer populistischen links—rechts—Koalition, dazu der mögliche Beginn eines Handelskrieges der USA gegen den Rest der Welt trübte das Stimmungsbild und damit die Kurse deutlich ein. Zunächst bröckelte es noch verhalten, aber im Februar ging es weltweit zuerst mit den Aktienmärkten, dann auch auf der Rentenseite in derartigem Tempo nach unten, als wären die Kurse über eine Klippe gesprungen!  boss

Im zweiten Quartal setzte zwar eine Erholung ein, aber die Ernüchterung folgte Ende Mai: „Sell in May and go away“ ist auch in diesem Jahr ein geflügeltes Wort.

Wenn Sie es genauer lesen wollen: sehen Sie hier den aktuellen Quartalsbericht!

Und was erwarten wir für das zweite Halbjahr?

Es wird niemanden überraschen, wenn wir erwarten, dass auch in der zweiten Jahreshälfte das Spannungsfeld zwischen robusten wirtschaftlichen Daten und politischer Unsicherheit die Finanzmärkte prägen wird. Spannend werden die nächsten Wochen bei den Themen Trump-Handelskrieg / Italien-Euro / Brexit. Diese Unsicherheiten stehen im Wettstreit zu der anstehenden Berichtssaison: werden die Gewinne – wie schon in den letzten Quartalen – in der Summe positiv überraschen, kann sich durchaus Spielraum für die Aktien nach oben entwickeln. Auf der Zinsseite erwarten wir keine Überraschungen, was zu einer leichten Erholung auf der konservativen Seite führen müsste.

Wir bleiben daher positiv gestimmt.

Ihr Team der GENEON Vermögensmanagement AG

Nachhaltigkeit lohnt sich. Auch an der Börse. Ein Beweis:

Stellen Sie sich folgendes Experiment vor:

die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX werden nicht nach ihrer Börsenkapitalisierung gewichtet, sondern danach, wie nachhaltig ihre Unternehmenspolitik während der letzten 10 Jahren war. Dabei werden alle zwei Jahre die Werte von unabhängigen Experten neu ermittelt.
Es entsteht der „Good Company Ranking-Index„. Die „Nachhaltigen“ sind hier also wesentlich stärker gewichtet, unabhängig von ihrer Börsenkapitalisierung: die „Guten“ nach vorne; die „Schlechten“ nach hinten.

Das Ergebnis:
Der “Good Company Ranking-Index“ zeigt eine deutlich bessere Performance als der Deutsche Aktienindex DAX.

Nachhaltig agierende Unternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt besser entwickelt als der Leitindex des deutschen Aktienmarktes. Dies haben wir von GENEON Vermögensmanagement und die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult durch einen eigenentwickelten „Good Company Ranking-Index“ (GCR-Index) bewiesen.

Überrendite von 40,0 Prozentpunkten

In den letzten zehn Jahren hätte ein hypothetischer, nach dem Scoring des Good Company Ranking gewichteter Index deutlich besser abgeschnitten als der DAX. Während der DAX über die vergangene Dekade von Oktober 2007 bis Mai 2018 um 61,3 Prozent gestiegen ist, kommt der GCR-Index auf ein Plus von 101,3 Prozent, also eine Überrendite von 40,0 Prozentpunkten.
Die Outperformance zeigt sich auch für einen 3-Jahres- und 5-Jahres-Zeitraum mit einer Outperformance von 5,8 bzw. 13,0 Prozentpunkten.Grafik GCR und Dax

Der GCR-Index basiert auf dem Good Company Ranking, das von Kirchhoff Consult im Jahr 2005 initiiert wurde und Europas größter unabhängiger Wettbewerb für unternehmerische Nachhaltigkeit ist. Auf Basis öffentlich verfügbarer Daten beurteilt eine Jury aus renommierten Wissenschaftlern die Unternehmensleistung in den Bereichen Mitarbeiter, Gesellschaft, Umwelt sowie Financial Integrity. „Die Aktienkurse nachhaltig agierender Unternehmen entwickeln sich im Durchschnitt besser. Das ist schon immer meine Überzeugung und ich freue mich daher, dass diese Outperformance nun auch auf Basis der Ergebnisse des Good Company Rankings gezeigt werden konnte“, so Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG.

Anleger, die Unternehmen bevorzugen, die über ein exzellentes ESG-Rating verfügen und solche meiden, die das Thema noch immer nicht ernst nehmen, sind nachweisbar erfolgreicher. Es reicht schon, wenn man im allseits bekannten DAX die „Guten“ bevorzugt.

Es kann so einfach sein.

Für die, die es gerne genauer lesen möchten: hier kommen Sie zu der vollständigen Pressmitteilung, die auch genauer auf die Berechnungsmethodik und die Ergebnisse eingeht. Hier geht es zu anderen Pressestimmen.

Andreas Enke

Aussichtsreiche Wall Street

US-Konzerne schütten mehr Geld aus
Ein Gastbeitrag von Andreas Enke veröffentlicht bei n-tv.de und n-tv Telebörse.de

Steigende Zinsen gelten derzeit als das größte Risiko für die Aktienmärkte. Dazu kommt noch der zunehmende Protektionismus. Doch ausgehend von den USA bleiben die Aussichten positiv. Weiterlesen

Quartalsbericht Frühjahr 2018

Starke Schwankungen am Aktienmarkt und kein Ausgleich durch die alternativen Anlageklassen

Das fängt ja gut an: weltweit ließen die Aktienmärkte Federn. Zwischen knapp 5% in Amerika beim Dow Jones (in EUR gerechnet) bis hin zu 6,4% im Dax waren die Aktienkurse im Rückwärtsgang. Woran lag es?

Hätten wir den 1. Newsletter für das Jahr 2018 vor 6 Wochen verfasst, so wäre der Ton sicherlich entspannter ausgefallen. Nach einem unerwartet unspektakulären „Europa-Wahljahr 2017“ und auch in den Februar hinein ruhigen bis erfreulichen Kapitalmärkten sind wir aktuell in einen kleinen Paradigmenwechsel eingemündet.

Das politische Erdbeben hat uns jetzt in Italien ereilt, das wirtschaftliche trotz scheinbar weltweit besten Konjunkturdaten und -aussichten jetzt aus den USA. Die positive Wirkung der US-Steuerreform ist durch die Verhängung von Strafzöllen auf ausländischen Stahl und Aluminium und womöglich auch Autoimporte in die USA konterkariert worden, der Welthandel in Unordnung. Die über das Jahr 2017 von Marktschwankungen verschonten Märkte wurden wie vom Donner gerührt in ein volatiles Umfeld gestürzt. Trotz des angesprochenen und jetzt seit fast zehn Jahren intakten positiven Konjunkturbildes hört man immer wieder Kassandrarufe, wonach wir mit einer Abschwächung der Wirtschaft rechnen müssten.

Wo liegen die Gefahren für das wirtschaftliche Umfeld?

  • Ein Einbruch der Weltwirtschaft ist denkbar, wenn die Spirale des Protektionismus in Gang gesetzt wird. Hier ist die Besonnenheit der politischen Elite gefragt.
  • Als weiteren Risikofaktor muss ein weiter sich abschwächender US-$ genannt werden. Leidtragende wären vorneweg Europa und China.
  • Als Damoklesschwert wird immer wieder ein Nachlassen der Konjunktur in China gesehen. Andererseits können sich 6% und mehr an Wirtschaftswachstum gerade im Vergleich zu Zahlen in Europa sehen lassen. Dass der chinesische Staatspräsident nach dem letzten Beschluss des Volkskongresses künftig auch mehr als zwei Wahlperioden regieren darf, kann man bei aller berechtigten Kritik auch als wirtschaftlich stabilisierenden Faktor werten.
  • Aus EU-Sicht erscheinen die letztes Jahr noch scheinbar verbannten europakritischen Stimmen nach der Italienwahl wieder zurückzukehren. Der eigentliche Geist seit den Anfängen der Montanunion im Sinne einer gegenseitigen Unterstützung zum Nutzen aller europäischer Staaten ist durch das falsche Verständnis der „Nehmer“-Länder in den Hintergrund gedrängt worden.
  • Nichtsdestotrotz wächst die Wahrscheinlichkeit einer ansteigenden Inflation. Der Rentenbereich hilft aufgrund des weiter niedrigen Zinsniveaus derzeit auch nicht weiter und diente mit einem neutralen Ergebnisbeitrag von -0,1% im 1. Quartal mehr der Schwankungsreduzierung des Gesamtportfolios.

Und auch das dritte Standbein: der Bereich „Multi Asset“ lieferte insgesamt einen leicht negativen Ergebnisbeitrag.

Es gab im letzten Quartal einfach keine Anlagekasse, mit der Geld zu verdienen war. Dazu gibt es derzeit die beschriebenen Risikofaktoren.

Mag auch sein, dass die Kapitalmärkte derzeit nervös auf die Vorhaben der USA reagieren.

Die Konjunkturlage bleibt jedoch weltweit stabil und die bevorstehende Quartalsberichtssaison wird bestätigen, dass die Unternehmen gut ins Jahr 2018 gestartet sind.

Wir erwarten aber auch, dass die Geldpolitik eine entscheidende Rolle für zukünftige Kursbewegungen spielen wird. Die USA erhöhen die Zinsen, die Europäer werden das vorerst nicht tun, mit allen Interpretationsmöglichkeiten und Prognosen, die den Analysten dann einfallen werden.

Es spricht aber einiges dafür, dass sich die europäischen Indizes wieder erholen und ein besseres zweites Quartal hinlegen – es sei denn, die Spekulanten haben etwas dagegen.

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Quartalsbericht Winter 2017

Was geschah 2017? Es kam anders als gedacht.

In Europa, natürlich vor allem in Deutschland, herrschte in der ersten Jahreshälfte große Skepsis: Europa stand mit Blick auf sein gedämpftes Wachstum, vor allem aber durch die Drohkulisse möglicher populistischer Wahlsiege in den Niederlanden und Frankreich für unkalkulierbare Risiken, und in Asien schienen die Zeichen auf Stagnation (Japan) bzw. kontrollierte Wachstumsdrosselung (China) zu stehen. Anders in den USA: getrieben durch die vollmundigen Versprechungen des neuen Präsidenten war der Optimismus für die US-Leitbörsen schon früh im Jahr groß. Weiterlesen